' Porsche 911 Carrera 4 Convertible ' Test Drive & Review
My very first Test Drive-video from July 2010 with the amazing 911 Carrera 4 Convertible....
Testbericht:
Porsche 911 Carrera 4 Cabriolet
Wie begegnet man einer Legende ? Dem Jugendtraum von Millionen Männern ? Einem Sportwagen-
Klassiker mit einer mehr als 45 jährigen Geschichte ?
Ich stehe vor Porsches aktuellem 911 Carrera, dem deutschen Sportwagen der Nachkriegsgeschichte.
Keine Ahnung wieso, aber schon als kleiner Junge, wenn ich die Einkäufe aus dem Auto meiner Eltern holen
durfte, trug ich den Zündschlüssel des Wagens immer in der linken Hosentasche.
Ganz intuitiv.
Wie es nur Porsche-Fahrer tun.
Noch heute sorgt diese Angewohnheit regelmäßig dafür, dass ich den Schlüssel umständlich aus der linken
Hosentasche kramen muss, um ihn dann in die rechte Hand zu nehmen, weil ich als Rechtshänder mit der
linken Hand keine Autotür aufgeschlossen bekomme.
Doch heute ist damit alles in bester Ordnung und der Schlüssel darf in der linken Hand bleiben, denn seit
seiner Modelleinführung im Jahr 1963 hat der Porsche 911 sein Zündschloss links vom Lenkrad.
Eine Homage an den Rennsport, der dem Piloten ein schnelleres Starten seines Rennwagens beim Einsteigen
ermöglichte.
Es ist nicht meine erste Fahrt mit einem 911er, doch die Ansicht des Carrera 4-Hecks, das im Vergleich zum
Standard-Carrera etwa 4,5 cm breiter ausgestellte Kotflügel aufweist, lässt mich vor dem Betreten des
Innenraums noch einen Moment lang verzückt verweilen.
Nicht umsonst vergleichen speziell die Amerikaner diese Rundungen ganz gerne mal mit dem ausladenden
Hinterteil von Popsängerin Jennifer Lopez.
Ein roter Reflektor verbindet die beiden Heckleuchten beim Carrera 4 und verleiht ihm damit, gegenüber den
Modellen ohne Allrad, nicht nur ein deutliches Erkennungsmerkmal, sondern auch mehr Nähe zum
klassischen 911er-Design vergangener Epochen.
Glühend warm strahlt die Juli-Sonne auf den schwarzen Lack des Cabriolets.
Binnen Sekunden lässt sich das Verdeck mit nur einem Knopfdruck vollautomatisch im Heck des Wagens
versenken.
Der Schlüssel rastet satt im Zündschloss ein und erweckt den Boxermotor im Heck.
Ich kann der Versuchung nicht widerstehen und zupfe am Gaspedal.
Heiser bellt mich der Sechszylinder an.
Es kann losgehen.
Knackig rastet der erste Gang im Sechsganggetriebe ein und mit wenig Gas lasse ich die etwas
schwergängige aber wunderbar dosierbare Kupplung kommen.
Zivilisiert wie ein Golf lässt sich der Porsche durch den Innenstadtverkehr pilotieren.
Der Kraftaufwand zur Bedienung von Lenkung und Getriebe ist im Allgemeinen etwas höher als bei
normalen PKWs, sorgt aber für ein ungemein direktes Fahrgefühl und unterstreicht subjektiv die Robustheit
des Fahrzeugs.
Doch auch wenn das offene Cabriolet mehr Blicke auf sich zieht, als ich ihm anfänglich wegen der
unauffälligen Außenfarbe zugetraut hätte, ist der wahre Bestimmungsort des Porsche 911 die Landstraße.
Das satte Gurgeln und Blubbern des Boxermotors weicht bei steigenden Drezahlen einem Brüllen, das jeder Beschreibung spottet.
Von der sprichwörtlichen Verwässerung des Klangbilds durch die Abkehr von der Luftkühlung, kann bei der
zweiten Generation des intern 997 genannten Carrera jedenfalls keine Rede mehr sein.
Der Serienauspuff des Carrera spielt ein Lied, das in Lautstärke und Tonvielfalt bei Fahrer und
Außenstehenden für Gänsehaut sorgt.
Wer diesem Sound einmal verfällt, ist eigentlich ständig zu schnell unterwegs.
Der 911 erweckt durch seine Direktheit und Agilität Vertrauen und Selbstbewusstsein beim Fahrer.
Mechanischer Grip und die Reserven des Fahrwerks liegen weit jenseits dessen, was im öffentlichen
Straßenverkehr legal zu erfahren ist.
Im Carrera 4 wird diese Sicherheit durch den Allradantrieb noch weiter erhöht und auch bei schlechten
Witterungsverhältnissen aufrecht erhalten.
Nach einigen schnellen Kilometern über die vormittags nahezu leeren Hinterstraßen des vorderen
Odenwalds, parke ich den 911 auf einem Waldparkplatz.
Ich steige aus, der Motor knistert.
Wäre der 911er mein Traingspartner, ich hätte es nicht mal annährend geschafft ihn zu fordern.
Und während ich eine Flasche Apfelschorle leere, bemüht sich der Porsche nicht mal, die Wärme seines
Triebwerks mit dem Motorlüfter ins Freie zu schaufeln.
Er steht da, als würde er jeden Tag, zu jeder Zeit, in jedem Wetter ausnahmslos seine Leistung erbringen
können.
Wieder hinter dem Steuer schweift mein Blick durch das Innere des Wagens.
Die Bedienung ist übersichtlich und verzichtet auf das Verwirrspiel vieler moderner Systeme mit hunderten
Knöpfen und Menüs.
Eine einfache Klimaautomatik, ein großer Touchscreen für Navigation und Radio, alles kinderleicht zu
bedienen.
Vielleicht etwas puristisch, manchem vielleicht sogar schon zu altbacken und doch für den sportlichen Fahrer
eine Wohltat, weil nichts vom reinen Fahrgenuss ablenkt.
Auch die Verarbeitung ist dem Preis des Sportwagens angemessen.
Dicke Nähte, sauber verarbeitetes Leder und wertig anmutende Kunststoffe.
Einzig die grauen Kunststoffspeichen des Lenkrads stören den Gesamteindruck.
Sie passen nicht zum hochwertigen Ambiente des 911ers und sind alles andere als schmeichelhaft für die
Hände des Fahrers.
Warum Porsche hier vom Lederbezug der Vorgängermodelle abgekehrt ist, kann ich mir nicht logisch
erklären.
Doch der Ärger über diesen Makel verfliegt sofort wieder beim Fahren, wo man keinen Gedanken an das
Lenkrad verschwendet und sich lieber dem reinen Fahrgenuss hingibt.
Egal ob auf der Landstraße, bei schneller Autobahnfahrt oder im hektischen Innenstadtverkehr:
Der Porsche 911 spendet stets Fahrspaß. gepaart mit unproblematischer Alltagstauglichkeit.
Selbst als die Nacht Einzug hält und es kühler wird, kann das Dach offen bleiben, denn Lüftung und
Sitzheizung spenden dem Fahrer behagliche Wärme im Innenraum.
Nach einem aufregenden Tag und etlichen Kilometern, folgt noch der Besuch an der örtlichen Tankstelle.
Zwar leert sich der Tank bei schneller Autobahnfahrt recht zügig, im Alltagsbetrieb und speziell bei
gemächlicherer Landstraßenfahrt offenbart die 3,6 Liter-Maschine jedoch einen mehr als angemessenen
Spritdurst und eine für Sportwagen ungewöhnliche Ökonomie.
Niedrige Verbrauchswerte von weniger als 10 Litern sind, auch Dank der immer noch hervorragenden
Aerodynamik des 911ers, keine Seltenheit.
Nicht selbstverständlich für einen Sportwagen mit 345 PS.
Evolution statt Revolution hat im Automobilbau nie ein glühenderes Beispiel gefunden, als den Porsche 911.
FAZIT: Der Porsche 911 ist auch in seiner aktuellen Version ein atemberaubender Sportwagen, der wie kein
zweiter Alltagstauglichkeit und Sportlichkeit zu vereinen weiß.
Sein Status als Traumwagen wird so schnell nicht in Gefahr geraten.
Subscribe to:
Post Comments (Atom)






No comments:
Post a Comment